KAMMER AKTUELL

25.09.2020
Eingeschränkte Erreichbarkeit - wichtige Mitteilung
16.09.2020
Hyparschale Magdeburg - Kulturdenkmal der Landeshauptstadt
11.09.2020
Stadiondach – durchDACHt konstruiert!
26.08.2020
Neues Gebäudeenergiegesetz tritt ab 01.11.2020 in Kraft
24.08.2020
Breite Basis für digitale Planungsmethode BIM
07.07.2020
Corona-Krise 2020 – Alle Informationen und Kontakte unter einem Menü-Punkt
30.06.2020
Merkblatt zur Mehrwertsteuersenkung/ Ingenieurakademie bietet Onlineseminar zum Thema
25.06.2020
Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt setzt sich im Landtag gegen die Einführung der Kleinen Bauvorlage in Sachsen-Anhalt ein
17.06.2020
Ingenieurkammer unterstützt Petition gegen die kleine Bauvorlageberechtigung!
15.06.2020
Kleine Bauvorlageberechtigung - Ingenieurkammer und Architektenkammer: "Die Verbraucher müssen geschützt werden"
19.05.2020
Diskussion um die „Kleine Bauvorlage“ geht in die nächste Runde
08.05.2020
Landespreisträger des Schülerwettbewerbs "Junior.Ing" stehen fest
29.04.2020
Bewerbungsschluss für Deutschlandstipendium verlängert
24.04.2020
Jahresumfrage zur wirtschaftlichen Lage der Ingenieur- und Architekturbüros - Index 2019
09.04.2020
Kooperation mit BIM-Software-Anbieter zahlt sich jetzt aus: Nutzungsvorteile und Webinare
20.02.2020
Werden Sie BIM-Experte!
17.02.2020
Fördern Sie den Ingenieurnachwuchs mit dem Deutschlandstipendium - wir unterstützen Sie dabei!
10.02.2020
Dual-Studenten besuchen Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt
29.01.2020
Kooperationsvereinbarung zur Unterstützung der Digitalisierung in Ingenieurbüros von Kammermitgliedern
20.01.2020
VIDEO: Neujahrsgrüße des Präsidenten der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt Dipl.-Ing. Jörg Herrmann
13.01.2020
Unterstützen Sie den Ingenieurnachwuchs von morgen beim Wettbewerb "Junior.Ing"!
22.12.2019
Digitalisierung wird zunehmend Wirtschaftsmotor in der Region Harz
22.12.2019
Auf dem Weg für eine dienstleistungsorientierte und für jedermann zugängliche Verwaltung - Digitalisierung der Baugenehmigungsverfahren in Sachsen-Anhalt
05.12.2019
Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt auf der BIM World 2019
28.11.2019
Gemeinsam für den Ingenieurnachwuchs
23.11.2019
Kammermitglieder besuchen VW-Werk in Wolfsburg
19.11.2019
BauScan 2019
12.11.2019
Kammermitglieder wurden mit dem Unternehmerpreis der Ottostadt Magdeburg geehrt
21.10.2019
Der Titel „Oberingenieur“ wurde an Kammermitglied Horst-Dieter Foerster verliehen
20.10.2019
Magdeburgs Großbaustelle im Fokus

04.03.2019

Kammern im Schulterschluss: Ingenieurkammer und Architektenkammer Sachsen-Anhalt agieren gemeinsam

Kammerpräsidenten Herrmann und Teichert bei der Unterzeichnung der "Orientierungshilfe für Stundensätze"
Kammerpräsidenten Herrmann und Teichert bei der Unterzeichnung der "Orientierungshilfe für Stundensätze"
Die Schaffung und Sicherung geeigneter Rahmenbedingungen für die Berufsausübung ihrer Mitglieder ist eine der wichtigsten Aufgaben von Kammern, die per Gesetz die Selbstverwaltung eines Berufsstandes übertragen bekommen haben. Aktuell gibt es viele Themen, die sich bei Ingenieuren und Architekten gleichermaßen auswirken: Auftragsvergabe, Vertragsgestaltung und Vergütung sowie der Wunsch der Handwerkskammern, die Landesbauordnung zu ändern.

Öffentliche Auftragsvergabe unterhalb der EU-Schwellenwerte

Für die Vergabe von Dienstleistungsaufträgen unterhalb des EU-Schwellenwertes ist das Bild in Sachsen-Anhalt derzeit diffus. Das geltende Landesvergabegesetz wurde zwar evaluiert, es befindet sich jedoch in der Novellierung, dort soll die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) aus dem Jahr 2017 einfließen. Öffentliche Auftraggeber fühlen sich bzw. sind im Prinzip gegenwärtig alleingelassen und greifen zu den abenteuerlichsten Methoden. Deshalb erarbeitete eine Arbeitsgruppe der Architektenkammer Sachsen-Anhalt unter Leitung von Rechtsanwalt Dr. Matthias Kuplich Empfehlungen für die öffentliche Auftragsver-gabe unterhalb der EU-Schwellenwerte. Das Ergebnis der Arbeit wird von der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt für die Vergabe von Ingenieurleistungen mitgetragen: Am 1. Februar 2019 wurden die „Empfehlungen für die öffentliche Auftragsvergabe von Architekten-, Ingenieur- und Stadtplanerleistungen unterhalb der EU-Schwellenwerte“ veröffentlicht.

Orientierungshilfe für Stundensätze

Bereits im Jahr 2017 hatten sich die Architektenkammer und die Ingenieurkammer zu einer Orientierungshilfe zur Honorierung freiberuflicher Leistungen von Ingenieuren und Architekten verständigt und ihren Mitgliedern sowie Auftraggebern empfohlen, diese Stundensatzempfehlung anzuwenden. Die Vorstände beider Kammern haben im Januar 2019 einer Anhebung der Stundensätze zugestimmt. Die neuen Stundensätze sind in den nebenstehenden Empfehlungen abgedruckt und im Netz zu finden. Die Grundlage und die Änderungen basieren auf dem Vorbild aus Baden-Württemberg.

Klares Nein zur „Kleinen Bauvorlage“

In der gegenwärtigen politischen Diskussion ist die Änderung der Landesbauordnung zugunsten der Einführung der „Kleinen Bauvorlage“ für Handwerksmeister verschiedener Gewerke und staatlich geprüfter Techniker. Im vergangenen Herbst legten die Kammern ihre gemeinsame Position gegenüber den Fraktionen des Landtags dar. Rückenstärkung erhielten sie dabei von den Architekten- und Ingenieurverbänden. Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, hatte dem Handwerk seine Unterstützung zugesagt. Bereits im Januar tauschten sich Ingenieurkammer und Architektenkammer mit den Handwerkskammern zu dem Thema aus.

Am 14. März 2019 wird es eine Anhörung im Landtag geben, zu der Architektenkammer und Ingenieurkammer geladen sind. Mit einer abgestimmten Stellungnahme werden die Kammern das bestehende Bauordnungsrecht verteidigen. Gemeinsam und geschlossen haben die Kammerpräsidenten vor diesem Termin weitergehende Gespräche geführt, so u. a. mit Staatssekretär Thomas Wünsch, Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung. In einem offenen und konstruktiven Treffen konnte dargelegt werden,
  • dass für die Beibehaltung bisheriger Regelungen vor allem Verbraucherschutzaspekte sprechen,
  • dass in Sachsen-Anhalt für das Handwerk bei Nichteinführung einer „Kleinen Bauvorlage“ keine Standortnachteile bestehen,
  • dass Ausbildungsgänge und -inhalte erheblich voneinander abweichenund schlussendlich
  • die Einführung einer „Kleinen Bauvorlage“ keine moderne Entwicklung darstellt. Gefahrenabwehr und Gemeinwohl sind ein hohes Gut.
Die Vorstände der Kammern sind sich einig: Handwerker verschiedenster Fachgebiete sowie Techniker sind im großen Konzert der am Bau Beteiligten unverzichtbare und wichtige Partner. Nur mit ihrer Fachkompetenz, ihrer praktischen Erfahrung und ihrem Geschick können die immer komplexer werdenden Bauaufgaben überhaupt gemeinsam realisiert werden.
Gerade diese Komplexität der Bauaufgaben erfordert es dann auch von allen Beteiligten, Kompetenzen immerwährend zu vertiefen und sich zum Spezialisten zu qualifizieren. Kenntnisse des Baurechts und des Baunebenrechts sind unabdingbar.
So mögen die außerhalb der Bauordnung zu findenden Anforderungen, wie das Denkmalschutz-, Umwelt- und Naturschutzrecht oder die Vorgaben zur Energieeinsparung, das Planen und Bauen unübersichtlicher, ggf. auch bürokratischer gemacht haben. Das Recht der Bauvorlagen nimmt diese Entwicklung in einem ausgewogenen System auf, indem es besondere persönliche Anforderungen an die Bauvorlageberechtigten stellt.

Die Landesbauordnung Sachsen-Anhalt ist seit ihrer Einführung eine der modernsten Bauordnungen in der Bundesrepublik. Sie bildet im Wesentlichen die von der Bauministerkonferenz verabschiedete und ständig novellierte Musterbauordnung ab und leistet dabei in ihrer heutigen Form einen wichtigen Beitrag zueinem Bürokratieabbau. Nur durch eine enge Anbindung an die Musterbauordnung wird eine Vereinheitlichung der Baugenehmigungsverfahren gewährleistet und können europarechtliche Vorgaben umgesetzt werden.

Die Landesbauordnung blickt im Abbau bürokratischer Hemmnisse auf eine weitgehende Öffnung durch die Einführung von genehmigungsfreien und verfahrensfreien Bauvorhaben zurück. Damit stieg auf der anderen Seite die Eigenverantwortung der Bauherren. Diese Eigenverantwortung können diese aber nur übernehmen, wenn die Entwurfsverfasser und Bauvorlageberechtigten über eine umfassende und den komplexen Planungsaufgaben genügende Ausbildung und Berufspraxis verfügen. Die geltende Landesbauordnung berücksichtigt dieses in ausgewogener und angemessener Weise von Verantwortlichkeiten zugunsten schlanker Genehmigungsverfahren. Ein Eingriff in dieses System würde sich damit gerade gegen die vorangegangenen positiven Entwicklungen des Bürokratieabbaus stellen.

Davon müssen nun die Abgeordneten des Landtages überzeugt werden, denn sie werden darüber entscheiden, ob das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr beauftragt wird, einen Entwurf zur Änderung der Landesbauordnung vorzulegen. Dieser würde im parlamentarischen Verfahren dann erneut zur Diskussion stehen.

 Empfehlungen für die öffentliche Auftragsvergabe von Architekten, Ingenieur- und Stadtplanerleistungen unterhalb der EU-Schwellenwerte