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10.06.2026

Ein starkes Fundament für das Ingenieurwesen

35 Jahre Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt - Kontinuität, Verantwortung und Gestaltungskraft für den Berufsstand

Im Gesellschaftshaus Magdeburg feierte die Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt am 4. Juni 2026 ihr 35-jähriges Bestehen. Die Festveranstaltung vereinte Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung sowie dem Ingenieurwesen und machte deutlich, welche zentrale Rolle ingenieurtechnische Kompetenz in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen spielt.

© Bildnachweis: Viktoria Kühne/ IK



Der musikalische Auftakt durch das Sax’n Anhalt Orchester eröffnete das Jubiläum und verlieh der Veranstaltung mit seinem frischen lebendigen Stil den entsprechenden Rahmen.

In seiner Begrüßung hob Jörg Herrmann, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt, die besondere Entstehungsgeschichte der Kammer hervor: 1991 als erste Ingenieurkammer in den neuen Bundesländern gegründet, entstand sie in einer Phase grundlegender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche. Ingenieurinnen und Ingenieure prägten diesen Wandel maßgeblich – sie schufen und modernisierten Infrastrukturen, entwickelten technische Systeme weiter und legten damit die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität im Land.

© Bildnachweis: Viktoria Kühne/ IK



Dabei wurde deutlich, welches Selbstverständnis die Kammer bis heute prägt: als Selbstverwaltungsorgan des Berufsstandes, als Qualitätsgarant, als Plattform für fachlichen Austausch und als verlässliche Schnittstelle zwischen Ingenieurwesen, Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Gestaltung braucht Ingenieurkompetenz – damals wie heute. Und genau diese Kompetenz ist unverzichtbar, wenn wir die Zukunft unseres Landes nachhaltig, innovativ und lebenswert weiterentwickeln wollen

Dieser Gedanke durchzog die gesamte Veranstaltung: Ingenieurinnen und Ingenieure gestalten nicht nur Technik, sondern die Lebenswirklichkeit – von Mobilität über Energieversorgung bis hin zu Digitalisierung und nachhaltigem Bauen.

Im Grußwort der Landesregierung betonte Michael Richter, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, die Rolle der Ingenieurinnen und Ingenieure als zentrale Triebkraft für Innovation und wirtschaftliche Stabilität.

© Bildnachweis: Viktoria Kühne/ IK



Zugleich hob er hervor, dass technische Entwicklung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und verlässliche politische Rahmenbedingungen für den Berufsstand eng miteinander verzahnt sind und nur im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Ingenieurwesen nachhaltig gelingen können. Dabei komme der Landesregierung eine besondere Verantwortung zutrage, beispielsweise gezielt Investitionen zu ermöglichen und Planungs- sowie Genehmigungsprozesse so auszugestalten, dass Projekte schneller und verlässlicher umgesetzt werden können.

Der kontinuierliche Austausch mit den berufsständischen Vertretungen sei daher ein zentraler Baustein, um langfristig praxisnahe und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Für uns als Landesregierung war und ist die Ingenieurkammer immer ein unverzichtbarer Partner. Ihr fachlicher Rat, Ihre kritische Expertise und Ihre praxisnahen Impulse sind für uns bei Gesetzgebungsverfahren, in der Bauordnung oder bei großen Infrastrukturvorhaben von fundamentalem Wert. Wir hören auf Ihre Stimme, weil sie auf fundiertem Wissen und jahrzehntelanger Erfahrung fußt

Transformation braucht verlässliche Strukturen
Einen weiteren inhaltlichen Höhepunkt setzte die Festrede von Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer. Er sprach sich für ein starkes Kammerwesen für Ingenieurinnen und Ingenieure aus. Die berufliche Selbstverwaltung birgt klare Vorteile für den Berufsstand und die Gesellschaft. So setzen sich die Ingenieurkammern dafür ein, dass das Berufsausübungsrecht in den Ingenieurgesetzen durch den Gesetzgeber verankert wird, wie es bei allen anderen freien Berufen dauerhaft Bestand hat.

Im Zentrum stand darüber hinaus die Frage, wie die großen Transformationsaufgaben der kommenden Jahre tatsächlich in konkrete Umsetzung überführt werden können. Entscheidend seien dabei weniger neue Zielsetzungen als vielmehr klare Entscheidungen, verlässliche Strukturen und die konsequente Einbindung technischer Expertise.

© Bildnachweis: Viktoria Kühne/ IK



Deutschland braucht keine weiteren Ankündigungen, sondern sichtbare Ergebnisse. Transformation gelingt nicht durch mehr Wissen allein, sondern darin Entscheidungen zu treffen, und die Konsequenz, sie auch umzusetzen. Es braucht den Mut, neue Wege zu gehen, und die Klugheit, sie tragfähig auszugestalten – gerade in Zeiten von technologischer Veränderung, Klimawandel und gesellschaftlichem Wandel

Entscheidend sei dabei das Zusammenspiel von Verantwortung und Struktur: “Fortschritt entsteht nicht nur durch einzelne Akteurinnen und Akteure oder Institutionen, sondern durch ihr Zusammenwirken. Ingenieurkammern übernehmen hier eine zentrale Rolle, indem sie Expertise bündeln, Orientierung geben und dafür sorgen, dass technische Lösungen Wirkung entfalten und gesellschaftlich tragfähig werden“, so Bökamp weiter.

Engagement sichtbar machen
Besondere Wertschätzung galt im weiteren Verlauf den langjährigen Mitgliedern der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt. Die Ehrung für 10-, 25- und 30-jährige Zugehörigkeit würdigte nicht nur das berufliche Engagement, sondern auch gelebte Verantwortung und Verbundenheit mit dem Berufsstand.

Im Anschluss öffnete sich der Rahmen bewusst für Begegnung und Austausch. Beim Sektempfang im Foyer sowie beim gemeinsamen Ausklang mit Buffet stand der persönliche Dialog im Mittelpunkt.

Das Jubiläum machte deutlich: Ingenieurwesen ist kein kleines Rädchen im gesellschaftlichen Getriebe, sondern eine starke gestaltende Kraft im Land. Und vielleicht lässt sich dieser Tag in einem Gedanken zusammenfassen: Zukunft entsteht dort, wo Kompetenz Verantwortung trägt – und Mut und Gestaltungswille gemeinsam wirken.


Wir bedanken und bei unseren Ausstellern und Unterstützern




Alle Impressionen zur Veranstaltung hier.