Neue Weiterbildung „KRITIS-Risikomanagement“ startet
Qualifizierung für die wachsenden Anforderungen an die Infrastruktursicherheit
Klimawandel, cyber-physische Angriffe und verschärfte EU-Richtlinien wie NIS-2 und das KRITIS-Dachgesetz stellen Betreiber kritischer Infrastrukturen vor historische Herausforderungen. Ein neues, wegweisendes Weiterbildungsprogramm der Ingenieurakademie Sachsen-Anhalt GmbH soll jetzt die Lücke an der Schnittstelle vom Betrieb kritischer Infrastruktur und strategischem Sicherheitsmanagement schließen.
Moderne Gesellschaften sind von einer lückenlosen Versorgung mit Strom, Wasser, Transportleistungen und digitaler Infrastruktur abhängig. Wachsende technische Komplexitäten, aber auch gesellschaftliche, klimatische, politische und wirtschaftliche Einflüsse gefährden diese Systeme zunehmend. Fällt auch nur ein Baustein dieser Systeme aus, drohen durch unkontrollierte Kaskadeneffekte massive wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden.
Vor diesem Hintergrund gewinnt der Schutz von kritischen Infrastrukturen (KRITIS) rasant an Bedeutung. Doch um diese komplexen Systeme effektiv abzusichern, reicht klassisches Spezialwissen nicht mehr aus. Gefragt sind interdisziplinäre Expertinnen und Experten, die technische Anlagen verstehen, rechtliche Vorgaben rechtssicher adaptieren, Risiken erkennen und präventiv bewerten und im Krisenfall operative Führungsaufgaben übernehmen können.
Maßgeschneiderte Qualifikation für den Schutz der öffentlichen und privaten Infrastruktur
Die neu konzipierte, 120-stündige Weiterbildung "KRITIS-Risikomanagement" als Grundlage zum „Fachingenieur für Risikomanagement in kritischen Infrastrukturen der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt“ richtet sich gezielt an interessierte Ingenieurinnen und Ingenieure aller Fachrichtungen. Das modular aufgebaute Programm vermittelt ein breites, direkt anwendbares Praxiswissen, um öffentliche und private Objekte resilient gegen analoge und digitale Bedrohungen aufzustellen.„Wir beobachten eine systematische Verschiebung in der Risikolandschaft“, erklären die Initiatoren der Reihe. „Sowohl Cyber-Angriffe als auch sichtbare Zerstörungen richten sich längst nicht mehr nur gegen IT-Netzwerke, sondern manipulieren gezielt operative Technologien (OT), Logistische-, Steuerungs- und Prozessleitsysteme in Kraft- oder Wasserwerken sowie deren verbundene Infrastruktur. Folgerichtig zwingt der Gesetzgeber die öffentliche Verwaltung und Unternehmen zu drastisch verschärften Präventions- und Schutzmaßnahmen. Unser Lehrgang befähigt technische Führungskräfte sowie Projektingenieurinnen und -ingenieure, diesen Wandel nicht nur zu begleiten, sondern proaktiv zu gestalten.“
Zwischen High-Tech-Sicherheit, Drohneneinsatz und KI
Das Curriculum setzt Schwerpunkte in der praxisorientierten Kombination bewährter ingenieurwissenschaftlicher Analysemethoden (wie SWOT, HAZOP und Fehlerbaumanalysen) mit modernsten Zukunftstechnologien. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge (UAVs / Drohnen) zur automatisierten Perimeterüberwachung und Infrastruktur-Inspektion sowie auf den Chancen und regulatorischen Grenzen von Künstlicher Intelligenz. Die Teilnehmenden lernen praxisnah, wie KI zur prädiktiven Lageerfassung genutzt werden kann, ohne dabei mit den strengen Auflagen des neuen europäischen KI-Gesetzes (EU AI Act) in Konflikt zu geraten.Darüber hinaus widmet sich die Weiterbildung intensiv dem Ernstfall: Neben der Anwendung rechtssicherer Präventionsstrukturen, wie ISO 31000, ISO 27001 und ISO 22301 trainieren die Teilnehmenden die Erstellung umfassender Havariekonzepte. Hierbei stehen die taktische Personenbergung, die nahtlose Kooperation mit staatlichen Rettungskräften, wie Feuerwehr und THW, sowie betriebserhaltende Maßnahmen im Mittelpunkt.
Höchster Praxisbezug und anerkanntes Zertifikat
Dass es sich um eine praxisorientierte Ausbildung handelt, beweist das didaktische Konzept. Das vorletzte Modul besteht aus einer intensiven Fallstudie, in der ein Szenario von den Teilnehmenden real auditiert und eine vollständige Risikomatrix samt Maßnahmenkatalog erarbeitet wird. Dieses Projekt wird am finalen Prüfungstag im Rahmen eines Fachreferats vor einem Expertengremium verteidigt – die direkte Generalprobe für die spätere Argumentation vor der eigenen Geschäftsführung. Mit dem erfolgreichen Weiterbildungsabschluss erlangen die Absolventinnen und Absolventen eine wesentliche Grundlage für die Berufsbezeichnung „Fachingenieur Risikomanagement in kritischen Infrastrukturen der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt” und positionieren sich als begehrte Fachkräfte in einem der zukunftsträchtigsten Märkte des kommenden Jahrzehnts.Termine, Kosten und Fördermöglichkeiten
Der Start der Weiterbildung in der Ingenieurakademie Sachsen-Anhalt GmbH ist für das Frühjahr 2027 geplant. Interessierte Ingenieurinnen, Ingenieure sowie Unternehmen können in Kürze die detaillierten Anmeldeunterlagen und den vollständigen Rahmenlehrplan (Curriculum) über die Website der Ingenieurakademie Sachsen-Anhalt GmbH anfordern. Die Teilnehmerzahl ist pro Kurs limitiert, um eine optimale Betreuung in den Praxisthemen zu garantieren.Ihre Ansprechpartnerin:
Monique Deutscher, M.Sc.
Fort- & Weiterbildung
T: 0391 6288990
E: deutscher@ing-net.de

