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Mit einer starken Ingenieurkammer in das neue Jahr 2024
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Schülerwettbewerb Junior.ING 2023/24: Kreative Ingenieurtalente gesucht
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Sachverständigenbestellung
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Gemeinsame Stellungnahme zur geplanten Änderung der Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt
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Brüsseler Erklärung der 71. Bundesingenieurkammer-Versammlung

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Tag der Ingenieure Sachsen-Anhalt 2023

Wie soziale und technische Innovationen unseren Arbeitsalltag verändern und neue Maßstäbe im gesellschaftspolitischen Dialog setzen



© Viktoria Kühne
© Viktoria Kühne
Inspiration und Reflexion bot der Tag der Ingenieure Sachsen-Anhalt 2023 am 7. Juli Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie bundesweiten Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Unter dem Motto "Gesellschaft 4.0 – Lebens- und Arbeitswelten der Zukunft“ begaben sich im Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung IFF in Magdeburg die Gäste auf eine Reise in die Welt des Ingenieurberufs von morgen.

VermAss. Dipl.-Ing. Jörg Herrmann, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt, eröffnete die Veranstaltung und hob in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung des Berufsstandes der Ingenieurinnen und Ingenieure im digitalen Zeitalter und in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs hervor. Seine Worte verdeutlichten auch, dass die Phasen der gesellschaftlichen und industriellen Entwicklung ein Spiegelbild des menschlichen Fortschritts und des Verlangens nach stetiger Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen seien.

Digitalisierung, Automatisierung, Vernetzung sowie technologische Investitionen und Innovationen waren Schwerpunkte der Plenarveranstaltung
Den Anfang machte am Vormittag Staatssekretär Sven Haller aus dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt. In seinem Statement informierte er die Gäste über aktuelle Themen des digitalen Planens und Bauens in Sachsen-Anhalt. Denn für regionale Ingenieurbüros sei die Anpassung an digitale Prozesse vor allem eine Chance, um künftigen Anforderungen und Kriterien weiterhin auf Augenhöhe zu begegnen. Jedoch sind die Hürden für viele kleinere Ingenieurbüros derzeit immer noch zu hoch. So erfordere beispielsweise die Einführung von BIM Investitionen in BIM-Software, Hardware, Schulungen und IT-Infrastruktur. Insbesondere kleinere Ingenieurbüros könnten Schwierigkeiten haben, diese Kosten zu tragen. Demnach sei ist wichtig, Finanzierungsmöglichkeiten und Unterstützung für regionale Unternehmen bereitzustellen, um die Einführung von BIM und damit technologischen Fortschritt im Planen und Bauen zu erleichtern und letztendlich einen gerechten Zugang zu gewährleisten, so Kammerpräsident Herrmann.

Wie dieser Fortschritt in der Region in Zukunft aussehen kann, das zeigte Dr.-Ing. Jürgen Ude, Staatssekretär Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, Stabsstelle für Großinvestitionen, Strukturwandel, beispielhaft in seinem Statement. So gab er unter anderem einen kurzen Einblick in geplante Großansiedlungen und künftige Entwicklungen von High-Tech-Parks in Sachsen-Anhalt. Hauptaugenmerk lag dabei auf relevanten Faktoren bei der Standortauswahl. So seien unter anderem Strom- und Energiepreise bei der Auswahl nicht zu unterschützen, insbesondere, wenn es um die Ansiedlung von energieintensiven Industrien bzw. Unternehmen gehe. Das zeige sich derzeit vor allem in der Energieversorgung mit Grünstrom für die geplante Ansiedlung des Chip-Herstellers Intel.

Zurück zum digitalen Planen und Bauen führe Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer sowie des BIM Clusters Deutschland Dipl.-Ing. (FH) Wilhelmina Katzschmann die Teilnehmenden mit Ihrem Statement zur Implementierung der BIM-Methodik bis an die Basis. Denn auch die Baubranche befinde sich zunehmend in einem digitalen Wandel. Die BIM-Methodik und BIM-Kompetenzen zu fördern, Austausch und Kommunikation zu digitalen Themen zu intensivieren und damit die Digitalisierung voranzubringen – das sei vor allem das Ziel der BIM-Cluster in den einzelnen Bundesländern und damit auch in Sachsen-Anhalt. Um dieses Ziel künftig noch schneller zu erreichen, seien vor allem die Auftraggeber gefragt. Denn externe Anforderungen fungieren vielfach als Treiber von BIM. „Wird BIM von öffentlichen Auftraggebern aktiv gefordert, dann stellen sich zunehmend auch Ingenieurbüros darauf ein. Denn es zeigt sich, wenn Auftraggeber den Einsatz von BIM erwarten, wird deutlich häufiger mit BIM gearbeitet als in Büros, deren Auftraggeber die Nutzung von BIM nicht explizit wünschen.“, so Katzschmann.

Ein weiterer Höhepunkt der Plenarveranstaltung war die mit Spannung erwartete Keynote von Prof. Dr. Julia Arlinghaus, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und –automatisierung IFF am Standort Magdeburg. In ihrem engagierten Beitrag zum Paradigmenwechsel in der Wertschöpfung: Einfluss auf die Lebens- und Arbeitswelten der Zukunft machte sie deutlich, dass der Transformationsprozess nachhaltige Innovationen und Energien als zentralen Hebel der Wertschöpfung, zunehmende Systemkomplexität und Vernetzung in und zwischen Branchen sowie einen effizienten und koordinierten Einsatz aller erforderlichen Ressourcen erfordert.

Lebens- und Arbeitswelten der Zukunft aktiv erleben
So lautete am Tag der Ingenieure Sachsen-Anhalt das Motto für das Rahmenprogramm. In der Mittagspause hatten die Gäste bereits die Möglichkeit, das Technikum im Fraunhofer IFF vor Ort zu besichtigen. Die Vielfalt der Exponate zeigte auf anschauliche Weise aktuelle Forschungsschwerpunkte im Fraunhofer IFF, vor allem in den Bereichen Fertigungsmesstechnik und digitale Assistenzsysteme. Darüber hinaus bekamen die Gäste Einblicke in die Robotertechnik, speziell in die Flugzeugmontage mittels kollaborierender Roboter sowie in die sichere Arbeitsraumüberwachung. Auch der gemeinsame Austausch und die Möglichkeit des Netzwerkens kamen nicht zu kurz.

Am Nachmittag verlagerte sich die Veranstaltung in die Elbfabrik am Wissenschaftshafen. Denn das Fraunhofer-Institut verfügt am Standort Magdeburg neben dem Technikum über ein weiteres exzellentes Demonstrationslabor, den Elbedome. Er gehört weltweit zu den größten Mixed-Reality-Laboren. In seinen Räumlichkeiten erlebten die Teilnehmenden, wie reale und virtuelle Welten verschmelzen und erhielten einen einmaligen Einblick in Industrie und Gesellschaft von morgen. Doch wie genau funktioniert nun die tägliche Arbeit mit BIM in einem Ingenieurbüro und das vor allem erfolgreich? Spannende Einblicke hierzu präsentierte das Ingenieurbüro IBL GmbH bei einer Besichtigung durch seine Räumlichkeiten mit Blick auf den Wissenschaftshafen. Die Geschäftsführer Dipl.-Ing. (FH) Constantin Jahn, Dipl.-Ing. Daniel Lambrecht und M.Eng. Florian Kranz führten die Gäste durch das Büro. Schwerpunkt der Führung lag vor allem auf BIM in der Industrie- und Generalplanung.

Fachvorträge rund um BIM
Mit interessanten Foren zu Themen wie „Entwicklungen und Perspektiven zu Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und BIM“ der beiden Kammervertreter Dipl.-Ing. (FH) Thomas Rochel, Sachverständigen- und Ingenieurbüro Dipl.-Ing. (FH) Thomas Rochel und Prof. Dipl.-Ing. Clemens Westermann, Westermann Gebäudetechnik sowie „BIM im Straßenbau“, gehalten von Präsident Dr.-Ing. Stefan Hörold, M.Eng. Paul-Florian Schlicht und Regionalbereichsleiter Oliver Grafe, Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, fand der Ingenieurtag seinen gebührenden Abschluss. Das Fazit: BIM bietet besonders für eine lückenlose Dokumentation von Bau- und Planungsprozessen eine Chance, sei es in der ganzheitlichen Betrachtung der Lebenszyklen eines Gebäudes bzw. Baustoffs oder in der Straßenplanung.

Die Diskussionsrunden in den Foren, aber auch die Gespräche am gesamten Tag der Ingenieure Sachsen-Anhalt machten deutlich: Ingenieurinnen und Ingenieure sind nicht nur technische Problemlöser, sondern auch die treibende Kraft hinter dem Fortschritt und der Entwicklung unserer Gesellschaft. Kammerpräsident Jörg Herrmann: „Kreativität und Innovationskraft sind wesentliche Bestandteile, um die Fortentwicklung des Berufsstandes der Ingenieurinnen und Ingenieure weiter voranzutreiben. Hierbei eröffnet uns auch die Digitalisierung und Gesellschaft 4.0 Chancen, Effizienz zu steigern, die Lebensqualität zu verbessern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Diese Chancen sollten wir gemeinsam nutzen. Doch es ist auch wichtig, stets die sozialen Auswirkungen im Blick zu behalten. Wir müssen sicherstellen, dass niemand von den technologischen Entwicklungen abgehängt wird. Wir müssen den digitalen Graben überwinden und den Zugang zu neuen Technologien und den daraus resultierenden Vorteilen sicherstellen.“ Hierbei kann die Ingenieurkammer und die Ingenieurakademie Sachsen-Anhalt hilfreicher Ansprechpartner sein. So unterstützt die Kammer ihre Mitglieder beispielsweise durch Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote oder regelmäßigen fachlichen Austausch. Auch das BIM-Cluster-Sachsen-Anhalt bietet eine ideale Netzwerkplattform, um zukunftsweisende Themen des Ingenieurwesens zu diskutieren.

Der Tag der Ingenieure Sachsen-Anhalt
Die Netzwerkveranstaltung hat sich in Sachsen-Anhalt inzwischen zu einer festen Tradition entwickelt, die ihren Teilnehmenden neben einem interessanten und abwechslungsreichen Programm eine exzellente Plattform für konstruktive Gespräche mit Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft bietet.

Auch in diesem Jahr setzte die Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt zusammen mit den Ingenieurverbänden, -vereinen und -vereinigungen diese Veranstaltung mit dem gemeinsamen Anliegen fort: die Mitgliedernähe zu intensivieren und die öffentliche Wahrnehmung des Ingenieurberufes in der Gesellschaft zu stärken. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung IFF Magdeburg durchgeführt.

Alina Bülter

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