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21.05.2024
Klara Geywitz besucht Politischen Abend der BIngK
14.05.2024
Honorarpolitik im Sachverständigenwesen mitverantwortlich für Nachwuchs- und Fachkräftemangel
06.05.2024
FAQ-Liste zum Lieferkettengesetz
19.04.2024
FAQs zum Rechtsgutachten für Vergaben von Planungsleistungen von Prof. Burgi
05.04.2024
Spitzenleistungen im Brückenbau gesucht
27.03.2024
Verleihungen der "Grünen Hausnummer Sachsen-Anhalt"
22.03.2024
Land ändert Bauordnung
26.02.2024
Wettbewerb "Deutscher Ingenieurbaupreis 2024" ausgelobt
26.02.2024
Regelung bei Planungsleistungen nach Streichung § 3 Abs. 7 Satz 2 VgV
21.02.2024
Girls Day 2024
20.02.2024
Beratungstag für Existenzgründende
09.02.2024
Marktabfrage Wasserstoff bzw. Infrastrukturbedarfe
08.02.2024
Initiative pro AGB-Recht
07.02.2024
Update Vergabe nach Wegfall des § 3 Abs. 7 S. 2 VgV a.F.
06.02.2024
Rundschreiben zu Vergabeerleichterungen Hochwasser
30.01.2024
Beteiligung am Landesentwicklungsplan Sachsen-Anhalt 2030
19.01.2024
Neuer Vorstand beim LEE Sachsen-Anhalt
17.01.2024
HOAI 202X
19.12.2023
Elektronische Kommunikation mit Gerichten über „Mein Justizpostfach"
13.12.2023
Umfrage für Baukulturbericht 2024/2025
13.12.2023
Einstieg in internationale Geschäfte gefördert
13.12.2023
Erlasse zur Einführung der neuen EU-Schwellenwerte
05.12.2023
Informationsbedarf zur kommunalen Wärmeplanung ungebrochen hoch
04.12.2023
AHO-Herbsttagung 2023 - Resümee zur Halbzeit der HOAI-Reform
30.11.2023
STADTUMBAU Award 2023 verliehen
29.11.2023
KfW: sechs Förderprogramme gestoppt
29.11.2023
Ab 01.01.2024: Neue EU-Schwellenwerte
22.11.2023
Bundestag verabschiedet Gesetz für Wärmeplanung
17.11.2023
Neues Jahrbuch „Ingenieurbaukunst 2024“ erschienen
13.11.2023
Förderprogramme Digitalisierung

14.05.2024

Honorarpolitik im Sachverständigenwesen mitverantwortlich für Nachwuchs- und Fachkräftemangel

Einkommenssteigerungen von ca. 20 Prozent, Reduzierungen der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und der in Unternehmen und Behörden genutzte Inflationsausgleich von bis zu 3.000 EUR sind bislang an den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen vorbeigegangen.

Während all diese Maßnahmen in vergleichbarer Größenordnung im Tätigkeitsumfeld der Sachverständigen, etwa im Öffentlichen Dienst oder bei Beamten vollumfänglich Anwendung fanden, müssen die öffentlich bestellten Sachverständigen mit der Begründung geltender Gesetze und Verordnungen weiter auf festen Sätzen eines veralteten Honorarniveaus verharren. Die Basis dafür stellt das auf Grundlage eines 2017 (!) erfassten Honorarspiegels bindende Justizvergütungs- und –entschädigungsgesetz (JVEG) von 2021 dar.

Einer Umfrage des Bundesverbands öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e. V. aus 2023 folgend, differenzieren die Sachverständigenhonorare zwischen privatwirtschaftlichen und öffentlichen Aufträgen mittlerweile um bis zu 200 Prozent. Damit sinkt natürlich die Motivation für eine Sachverständigentätigkeit, insbesondere für eine öffentliche Bestellung als Sachverständiger. Die dringend notwendige Nachwuchsgewinnung im Sachverständigenwesen, resultierend aus zunehmendem Fachkräftemangel und einer dadurch hervorgerufenen Mehrbelastung der momentan bestellten Sachverständigen, wird damit untergraben.

Kein Wunder also, dass Sachverständige kaum für Aufgaben vor Gerichten oder für öffentliche Aufträge zu gewinnen sind und durch diesen Mangel die Dauer von derartigen Verfahren stetig zu- und die Qualität der Bearbeitung nach Aussagen vieler Beteiligter abnimmt. Dabei sind Sachverständige gefragter denn je.

Vor diesem Hintergrund hat der Sachverständigenausschuss der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt in seiner ersten Sitzung dieses Jahres beschlossen, über die Bundesingenieurkammer aktiv auf den Bundesgesetzgeber zuzugehen, um zeitnah eine objektive Anpassung der Honorarsätze für öffentlich bestellte Sachverständige zu erreichen.

Hierbei sollten sowohl die aktuellen Einkommenserhöhungen in vergleichbaren Bereichen herangezogen werden und auch die erhöhten Belastungen durch tätigkeitsbezogene Mehraufwände, steigende Bürokratisierung der Tätigkeit trotz Fachkräftemangel und stetig zunehmende fachliche Qualifikationsbedarfe Berücksichtigung finden.

Ohne anforderungsgerechte Anpassungen der Honorarsätze ist in absehbarer Zeit mit einer stark sinkenden Bereitschaft zur Aufnahme von Sachverständigentätigkeiten für die öffentliche Hand zu rechnen. Wir werden über die erwähnten Aktivitäten weiter berichten.

Dr.-Ing. Mike Kersten
Vorsitzender Sachverständigenausschuss
Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt