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27.09.2022
BIM-Start für Ingenieurbüros
12.09.2022
„Digitaler Bauantrag“ gewinnt E-Government-Wettbewerb als beste OZG-Leistung
01.09.2022
Sagenhafte Brücke
29.08.2022
Bundeskabinett billigt Energieeinspar-Verordnungen
11.08.2022
Auf IT gebaut - Bauberufe mit Zukunft
09.08.2022
Öffentliche Auftraggeber: Ingenieurleistungen gefragt
28.07.2022
Bundesingenieurkammer: Kurzfristige Änderung der Förderung für effiziente Gebäude (BEG) ist nicht zielführend!
21.07.2022
Neue Auflage in der AHO-Schriftenreihe
20.07.2022
Hitzewellen und Starkregen | BIngK fordert Umdenken bei Planung von Städten und Gemeinden
27.06.2022
Grundsteuerreform in Sachsen-Anhalt: Jetzt geht es los
21.06.2022
Technischen Lieferbedingungen Prüfvorschriften für Ingenieurbauten (TL/TP-ING)
14.06.2022
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Ingenieurbauten (ZTV-ING)
08.06.2022
Deutscher Brückenbaupreis 2023 ausgelobt
02.06.2022
HOAI-Mindestsätze bei Altverträgen: BGH entscheidet für Planende
31.05.2022
Nachhaltiger Bauen mit Ingenieurinnen und Ingenieuren
24.05.2022
Neues Datenportal des Gewässerkundlichen Landesdienstes
16.05.2022
Stellungnahme der BIngK zur MVV TB 2022
16.05.2022
Umfrage: Wirtschaftliche Lage der Ingenieure und Architekten
29.04.2022
Bündnistreffen für mehr bezahlbaren Wohnraum
20.04.2022
Vergaberechtliche Sanktionen gegen Russland
12.04.2022
Berliner Erklärung der 69. BKV
08.04.2022
Paradigmenwechsel für Recyclingkunststoffe in Deutschland
06.04.2022
Neubauförderung für energieeffiziente Gebäude startet wieder
28.03.2022
BMWSB-Erlass Stoffpreissteigerungen vom 25.03.2022
14.03.2022
Brückengipfel des BMDV unter Beteiligung der BIngK
04.03.2022
Bundesweites Sachverständigen-Verzeichnis im Relaunch eingeschränkt nutzbar
23.02.2022
Deutscher Ingenieurbaupreis 2022 ausgelobt
21.02.2022
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14.02.2022
STADTUMBAU AWARD 2022
02.02.2022
Lösung nach Zusagestopp für KfW-Programme

08.04.2022

Paradigmenwechsel für Recyclingkunststoffe in Deutschland

Im Zuge des Ukraine-Kriegs steht der Wandel von der Abhängigkeit zur Unabhängigkeit Deutschlands von russischen Energieimporten ganz oben auf der Tagesordnung der Bundesregierung. Mit der damit eingeleiteten Veränderung des Rohstoffmarktes für Öl und Gas ist nicht nur mit einer drastischen Preiserhöhung, sondern durchaus auch mit einer Verknappung der Ressourcen Erdgas und Rohöl zu rechnen. Spürbar wird die nicht nur an den Zapfsäulen der Tankstellen. In weiten Bereichen der chemischen und nahezu in der gesamten kunststoffverarbeitenden Industrie sind die Folgen dieses Rohstoffmangels zunehmend zu spüren. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage nach der Verstärkung der Akzeptanz des Einsatzes von Recyclingkunststoffen.

Vielen Experten war immer bewusst, Kunststoffabfälle bieten mehr Potenzial als das eines Ersatzbrennstoffes oder das eines mausgrauen Pflanzkübels. Viele Kunststoffanwender setzen sortenrein aufbereitete Recyclingkunststoffe, wenn auch in geringen Konzentrationen bei der Herstellung hochwertiger Produkte ein. Nun ist jedoch ein klarer Wechsel des Images von Recyclingkunststoff vom „Zeugnis Grünen Gewissens“ zum Hoffnungsträger eines ganzen Wirtschaftszweiges zu erwarten. Zunehmend sind Anfragen von Kunststoffverarbeitern nach sorten- und möglichst farbreinem Recyclaten festzustellen, die Neuware ersetzen sollen. Damit sind mehrere Problemstellungen und Ansprüche verbunden.

Einerseits ist sicherzustellen, dass mehr Kunststoffrecyclat für die Kunststoffverarbeitung bereitgestellt werden kann. Damit muss bereits auf die Abfallerzeuger hingewirkt werden, Kunststoffe konsequent und sortenrein zu trennen. Weiterführend müssen qualifizierte Kunststoffverwerter konsequent gefördert werden. Spätestens in der jetzigen wirtschaftspolitischen Lage wird aus dem Abfall Kunststoff der Rohstoff Kunststoff und damit wird aus verwertetem Kunststoffabfall das Produkt Recyclingkunststoff.

Diese Erkenntnis muss sich sowohl bei Politik und Genehmigungsbehörden etablieren als auch bei den Kunststoffverwertern, der kunststoffverarbeitenden Industrie und deren Kunden. Klarzustellen ist aber auch, dass ein qualifiziertes Kunststoffrecycling nicht nur der Gewerbeabfallverordnung bedarf. Wichtig ist, dass die politischen Weichen gestellt werden, die den konsequenten Marktzugang für Recyclingkunststoffe in die Industrie ermöglichen.

Dr. Mike Kersten
ö.b.u.v. Sachverständiger der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt, Sachgebiet Abfallstoffe